Jens Karney

Jens KarneyAlexander Solschenizyn schrieb einmal, dass wir die Summe von allem sind, was wir getan und erlebt haben, und auch ich neige zu dieser Theorie. Abgesehen davon, dass ich ein verurteilter Spion des kalten Krieges bin, so bin auch ein Mensch, der ehrenamtlich aktiv in seiner Gemeinde ist, in dem ich versuche, andere ehemalige Häftlinge bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu helfen. Ich mag Landschaften und vor allem genieße ich es, alte Häuser zu renovieren bzw. wieder zu rekonstruieren.

 

Wenn ich Zeit habe, beschäftige ich mich gern mit meinen pointillism. Meine Bilder wurden auf mehreren Kontinenten verkauft und ich habe Preise für meine Arbeit (einmal im Jahr 1998, während ich in strenger Einzelhaft für das Schreiben meines Buches saß) gewonnen. Wenn ich nicht arbeite, genieße ich die Zeit mit meinen Hunden und in der freien Natur. Ich bin dankbar für ein großes Netzwerk von Freunden, die  auf der ganzen Welt verstreut sind, ob in Portland, Wladiwostok oder Dresden.

Im Gefängnis lernst Du als Erstes, die Tage zu zählen, und dann… eines Tages lernst Du, dass jeder Tag zählt. Das ist dann, wenn Du wieder anfängst, zu leben.

 

(aus https://de.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Martin_Carney, abgerufen 27.08.2012)

Jeffrey Martin Carney  war ein US-amerikanischer Agent der DDR  und Unteroffizier der Fernmeldeaufklärung der US Air Force in der Radaranlage Marienfelde in Berlin.

Am Grenzübergang Friedrichstraße/Zimmerstraße meldete er sich bei Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR und ver- pflichtete sich als Quelle der Hauptverwaltung Aufklärung. Carney wurde mit der NVA -Verdienst-medaille in Bronze und mit der Medaille der Waffenbrüderschaft in Gold ausgezeichnet.

Nach seiner Verlegung 1984 zurück in die USA flüchtet er 1985 über Mexiko in die DDR, wo er ebenfalls in der Fernmeldeaufklärung eingesetzt und 1987 unter dem Namen Jens Karney eingebürgert wurde. Nach der deutschen Einheit erhielt er bundesdeutsche Ausweispapiere.

Von Agenten des amerikanischen Geheimdienstes OSI wurde er am 22. April 1991 in Berlin auf offener Straße entführt und zum Prozess in die USA verbracht. Nach Verbüßung einer zwölfjährigen Gefängnis- strafe im Fort Leavenworth weigerte sich Deutschland, ihn als Staatsbürger anzuerkennen.